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Unterwegs im Reich des Chondro`s |
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Insel Japen |
| Wieder einmal zog es mich nach Indonesien ins Land des Chondros. Waren die voran gegangenen Reisen ins Hochland von Irian Jaya (Wamena) sowie Jayapura, Sorong und Komodo schon beeindruckend, übertraf der neue Trip alle Erwartungen. Über Bankok - Denpasar (Bali) - Makasser (Sulawesi) landeten wir nach 3 Tagen auf der Insel Biak. Da kein Flug nach Serui auf Japen zu bekommen war beschlossen wir die Überfahrt mit einem Boot zu wagen. |
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| Es war schon ein etwas komisch mulmiges Gefühl mit einem nur 6 Meter langen und 1 Meter breiten Auslegerboot (Katamaran) belegt mit 7 Mann und der Verpflegung für 3 Tage, 3,5 Stunden übers offene Meer zu fahren, begleitet nur von Delphinen und Fliegenden Fischen. |
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| Doch der Anblick auf Japen vom Meer aus entschädigte uns dann für alle Strapazen. Tropischer Regenwald vom Strand bis auf die Vulkanberge. Ganz selten ein kleines Dorf, nur überwiegend intakter, schier undurchdringlicher Regenwald. Von den Papuas wurden wir sehr freundlich aufgenommen und natürlich ausführlich begutachtet. Europäer sind hier wirklich nicht oft zu Besuch. |
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Bild zeigt einen Paradiesvogel. |
| Nachdem man uns in einer Hütte einen Platz zum Schlafen zur Verfügung stellte und wir unsere Ausrüstung verstaut hatten ging es das erste mal in den Regenwald. Aber wer glaubt, hier würden die Chondros auf den Bäumen hängen wie Weihnachten das Lametta am Christbaum, täuscht sich gewaltig. Trotz mehrmaligen stundenlangen Exkursionen, eingeschlossen eine 3 stündige Nachttour, konnten wir keinen einzigen Chondro entdecken. Aber auch so ist ein Marsch durch den Regenwald ein unbeschreibliches Erlebnis. Die verschiedensten Vögel, Echsen, Spinnen und Insekten konnten wir beobachten; das Ganze von einer einmaligen Geräuschkulisse untermalt. |
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| Das
wohl abenteuerlichste Erlebnis auf Japen war die Fahrt mit dem
"Buschtaxi" über die Vulkanberge nach Serui auf der anderen
Seite der Insel. Auf einer aus dem Berg gebrochenen unbefestigten
Piste ging es steil aufwärts. Immer wieder mußten wir den
festgefahrenen Wagen aus dem Lehm ziehen und über die
"Straße" gestürzte Bäume aus dem Weg räumen. Die Talfahrt
auf der anderen Seite war begleitet von manchem Stoßgebet und der
Hoffnung daß die Bremsen nicht versagen. Serui selbst braucht man nicht
gesehen haben. Trotzdem wir leider keine Chondro`s sahen, war Japen alle
Strapazen wert, es war bestimmt nicht unser letzter Besuch auf dieser
traumhaft schönen Insel. Vielleicht haben wir das nächste mal mehr
Zeit um ihn aufzuspüren "Unseren Chondro". |
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Timika |
| Timika erreichten wir bequem per Direktflug von Biak. Schon beim Landeanflug sahen wir, daß es sich um eine relativ flache Gegend handelt. Aber mit dem was uns hier erwartete hatten wir nicht gerechnet. Obwohl man als Europäer gewaltige Abstriche in Punkto Sauberkeit und Essen machen muß, war hier eindeutig das Maß voll. Die Schlafgelegenheit war noch in Ordnung, das Essen jedoch selbst für die abgehärtesten von uns einfach ungenießbar. Morgens, Mittags und Abends gab es nur Reis mit Kutteln (in Streifen geschnittener Kuhmagen) oder graue gekochte Leberstücke. Na ja, wir ernährten uns dann ausschließlich von Reis mit Chilisoße und Bananen, überlebt haben wir es alle. | |
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Papuajunge mit seiner Beute |
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| Bei unseren späteren Exkursionen erkannten wir, daß wir uns in einem Flußdelta ähnlichem Gebiet befanden. Abseits der Wege war das Eindringen in den Dschungel fast unmöglich, überall war das Wasser fast kniehoch. Für Reptilien, kleine Krokodile, Warane und Schlangen aber ein idealer Lebensraum. Relativ häufig waren hier Varanus indicus? und der Amethystpython anzutreffen. Alle Tiere werden hier von den Papuas gejagt und gegessen. Varane werden von den Kindern mit Steinschleudern getötet (siehe Bild). Fantastisch ist die Vielfalt der Insekten und Schmetterlinge. Auch einen wunderschönen Kuskus konnten wir auf einem Baum sitzend entdecken. | |
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2 Arten des Kuskus in Timika |
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| Und dann buchstäblich in letzter Minute fanden wir doch noch unseren ersten Chondro, ein adultes sehr schönes Weibchen. Vorläufig soviel, im Aussehen sehr ähnlich den Sorongtieren, mit einer durchgehenden blauen Rückenlinie und seitlichen blauen Dreiecken die im inneren jedoch grün sind. Im oberen Drittel des Rückens vom Kopf bis zum relativ dünnem schwarzen Schwanzende waren viele weiße Flecken vorhanden. Erstaunlicherweise war das Tier in einem sehr gutem Ernährungszustand und auch ansonsten fehlerfrei. Nach ausführlicher fotografischer Dokumentation entließen wir das prächtige Tier schweren Herzens wieder auf einen Baum. Gut gelaunt ging es dann zum Flug nach Sorong. |
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Salawati |
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| Nach der kargen Verpflegung von Timika konnten wir uns in Sorong endlich wieder mit den köstlichsten Meeresfrüchten und anderen Gaumenfreuden verwöhnen lassen bevor wir uns auf das Boot zur Überfahrt nach Salawati begaben. Bei sehr ruhiger See erreichten wir bereits nach gut einer Stunde die Insel des Varanus salvadori oder des "Tree Crocodile" (Baumkrokodil) wie er hier genannt wird. | |
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| Nachdem wir uns eine Unterkunft bei den sehr freundlichen Inselbewohnern gesucht hatten ging es natürlich sofort los in den Busch. Um es gleich zu sagen Temperatur 35 Grad, Luftfeuchttigkeit fast 90 %, nach 3 Stunden ist man völlig durchnäßt und erschöpft aber um eine großartige Erfahrung reicher. Wieder konnten wir verschiedene Warane, Frösche und Vögel beobachten. Nur Schlangen fanden wir nicht immer. | |
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Ein etwa 2 Meter großer Varanus salvadori |
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| Nachdem
wir wieder einmal festgestellt hatten, daß 3 Wochen Urlaub viel zu
wenig Zeit ist um soviel "Land zu besichtigen" laufen die
Planungen für die nächste Reise schon wieder an. Diesmal werden
wir uns aber auf weniger Ziele beschränken für die wir dann aber mehr
Zeit zur Verfügung haben. Es gibt viele Plätze wo wir ihn noch nicht
gefunden haben. "Unseren Chondro" |
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